Sonntag, 21. Juli 2013

Mein Sketch-Kit

Diese Woche haben wir einen Kurztrip an die Nordsee unternommen. Mit dabei war wie eigentlich fast immer mein Sketch-Kit. Im Ferienhäuschen hatte ich ein wenig Zeit zum Fotografieren.


Das ist sozusagen die Minimalausrüstung für unterwegs. Meine Tasche ist eh schon so schwer, da kann ich kein zusätzliches Gewicht gebrauchen. Strenggenommen könnten Lineal, ein Fineliner und der Tuschepinsel auch zuhause bleiben, sollte es auf jedes Gramm ankommen.

Sketchbuch: Ich benutze das Venezia Aquarellbuch von Fabriano. Vorher habe ich in einem Moleskine Skizzenbuch gesketcht, aber das verträgt sich überhaupt nicht mit Wasserfarben. Ich benutze es jetzt für Zeichnungen. 
Das Papier ist sehr gut, die Farben kommen gut zur Geltung und es wellt sich nicht allzusehr. Es weigert sich allerdings beharrlich, aufgeschlagen liegen zu bleiben, daher sind Maulklammern Pflicht (die fehlen in Bild). 

Aquarellpalette: Zuhause habe ich eine "richtige" Palette aus emailliertem Metall, die ist aber ziemlich schwer. Daher habe ich mir noch schnell eine Reisepalette gebastelt. Die Blechdose ist schön leicht und flach. Die hab ich mal bei dm gekauft, sie enthielt *hust* Damenhygieneartikel. Die sind direkt in den Müll gewandert, ich wollte nur die Dose :) Die Farbnäpfchen hab ich mit doppelseitigen Klebeband am Boden befestigt. außerdem ist darin ein Miniminipinsel aus der kleinen Plaste-Aquarellbox von Winsor&Newton Cotman (die ich entsorgt habe, ich Trottel...!), und ein Stückchen altes Shirt zum Pinsel abwischen. 


Lineal: keine Ahnung, warum ich das dabei habe. Wurde noch nie benutzt. Mit Lineal gezogene Linien wären in so einem Sketch ein totaler Stilbruch.

Knetradiergummi: Radiert auf dem rauhen Aquarellpapier besser als herkömmliche und hinterlässt keine Spuren oder Krümel. Kann man schön in Form kneten.

Druckbleistift: zum Vorzeichnen. That's it.

Füller: das ist ein Pilot Penmanship mit extrem dünner Feder. Den nehme ich eigentlich am liebsten zum Zeichnen. Linien mit Füller sind lebendiger, ausdrucksstärker als die immer gleich breiten von einem Fineliner. Ich hatte den ersten bei ebay für kleines Geld aus Hongkong, hab allerdings die Kappe verloren. Inzwischen gab es ihn nicht mehr. Als eine Charge bei stationary art zum Spottpreis auftauchte, hab ich gleich drei bestellt. Die Tinte von Pilot ist nach einem Tag oder so auch wasserfest, wenn man vorsichtig ist. (Irgendwann muss ich mir mal richtige wasserfeste Tinte zulegen.)

Fineliner: die nehme ich, wenn ich gleich anschließend mit den Farben drübergehen will. Es sind Unipin. Bestellt habe ich sie in England, weil ich die feinsten hierzulande nicht bekommen habe. Ich liebe dünne Linien! Der mit 0,05 ist feiner als alle anderen, die ich probiert habe, die nominell die gleiche Stärke haben. Der zweite hat 0,1, wird aber selten benutzt. 

Wasserpinsel: das ist die Miniausführung der Aquabrush von Pentel. Die bekommt man hier auch nicht zu kaufen, die hab ich zusammen mit den Füllern aus Honkong. Ich nehme eigentlich nur noch Wasserpinsel, auch zuhause. Es ist so praktisch! Man braucht kein Wasserglas, das umfallen oder von der Katze ausgetrunken werden könnte oder unterwegs viel zu viel Platz wegnimmt. Um den Pinsel auszuspülen, drückt man etwas Wasser heraus und wischt die Borsten mit Küchenkrepp oder einem Läppchen ab. Fertig! Es gibt die Pinsel in drei Stärken, ich benutze nur die mittlere. Für ganz feine Details nehme ich entweder den kleinen Steckpinsel aus der Palette oder den Tuschepinsel. Manchmal habe ich noch ein klitzekleines Fläschchen mit Wasser zum Nachfüllen dabei.

Wasserpinsel mit Tusche: das ist auch eine Aquabrush von Pentel, die normale Größe. Darin ist mit Wasser verdünnte Tusche für Schattierungen oder Details.

Zusammengepackt in der Tasche ist das ganze schön flach und passt problemlos in jede Handtasche.

Sketchkit in freier Wildbahn
Irgendwo zwischen diesem und dem ersten Bild habe ich es geschafft, das Lampenschwarz zu verlieren. Das ist aber kein Beinbruch, das habe ich sowieso fast nie verwendet (deswegen war es auch so locker in seinem Napf). Ich finde es zu schwer zu dosieren, weil es so extrem farbkräftig ist. Zum Abtönen nehme ich entweder Payne's Grey oder zusammengerührte Farbreste aus der Mischfläche, für Schattierungen den Tuschepinsel.





Disclaimer: im Englischen gibt es den Begriff sketching, für den es keine richtige deutsche Entsprechung gibt - finde ich zumindest. Malen assoziiere ich entweder mit Buntstiften und Ausmalbuch oder riesigen Ölschinken, jedenfalls klingt "Ich male" nicht richtig für mich. Zeichnen trifft es auch nicht ganz. Coloriertes Zeichnen ist zu lang. Skizzieren wäre eine wörtliche Übersetzung, hat aber eine ganz andere Bedeutung. Da ich hauptsächlich englische Quellen lese, ist mir sketching in Fleisch und Blut übergegangen und deswegen verwende ich diesen Begriff, auch wenn das Denglisch ist. Wenn jemand einen besseren Vorschlag hat, immer her damit! 

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